Am Donnerstag, den 31. Januar 2019, fand im Deutschen Bundestag vor Beginn der Plenarsitzung in Erinnerung an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz eine Gedenkfeier statt. Die beeindruckende Gedenkrede hielt der international renommierte Historiker Prof. Dr. Saul Friedländer, der selbst Überlebender des Holocaust ist. Der tschechisch‐israelische Historiker wurde 1932 als Sohn einer jüdischen Familie in Prag geboren. Infolge der deutschen Besetzung emigrierte die Familie nach Frankreich. Während er im Versteck überlebte, wurden seine Eltern verhaftet und in Auschwitz ermordet. Nach dem Ende des Krieges wanderte Friedländer nach Israel aus. Er lehrte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, an der Universität Tel Aviv und an der University of California, Los Angeles. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pulitzer-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Im Beisein von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesratspräsident Daniel Günther, des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Voßkuhle, und zahlreicher Ehrengäste machte Professor Friedländer deutlich, dass er den Fremdenhass, die Verlockung autoritärer Herrschaftspraktiken und einen sich immer weiter verschärfenden Nationalismus überall auf der Welt „in besorgniserregender Weise“ auf dem Vormarsch sehe. Dank seiner langjährigen Wandlung seit dem Krieg sei Deutschland eines der starken Bollwerke gegen die genannten Gefahren geworden. Friedländer verband sein Kompliment mit einem Appell: „Wir alle hoffen, dass Sie die moralische Standfestigkeit besitzen, weiterhin für Toleranz und Inklusivität, Menschlichkeit und Freiheit, kurzum, für die wahre Demokratie zu kämpfen!”

Dieser Gedenktag ist und bleibt als Mahnung wichtig. Die klare Botschaft heißt: Nie wieder!